Bericht von der Jahresveranstaltung der Eberhard-Schultz-Stiftung "Durchsetzung der  sozialen Menschenrechte und Partizipation" am 24. Oktober 2014

Die dritte Jahresveranstaltung der Stiftung im Festsaal des Rathauses Charlottenburg feierten gut 60 Gruppenbild Jahresveranstaltung, c: Yusuf Beyazitgeladene Gäste mit Vorstand und MitarbeiterInnen der Stiftung und nahmen lebhaften Anteil an den informativen Redebeiträgen, der hervorragenden Klaviermusik und der mitreißenden Theaterperformance. Das vielseitige Programm unterhielt und informierte die Gäste und zeigte sowohl bisherige Erfolge als auch Perspektiven der Stiftungsarbeit auf.

Durch die Veranstaltung führte die Moderatorin Ebru Taşdemir, Journalistin und Autorin. Die Pianistin und Komponistin Sinem Altan begleitete den Abend musikalisch.
Das Grußwort des Schirmherrn der Veranstaltung Reinhard Naumann, Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf führte in die Veranstaltung ein und würdigte die Anliegen der Eberhard-Schultz-Stiftung als aktuell und drängend. Er lobte die Mitglieder der Stiftung für ihren persönlichen und finanziellen Einsatz und ihr Beharren auf den Menschenrechten nicht nur in der Theorie und ihr Hinarbeiten darauf, dass die elementaren sozialen Voraussetzungen dort geschaffen werden, wo sie fehlen.

Jahresveranstaltung, c: Yusuf BeyazitTheaterperformance Jahresveranstaltung, c: Yusuf BeyazitGruppenbild Jahresveranstaltung, c: Yusuf BeyazitEmpfang Jahresveranstaltung, c: Yusuf Beyazit

Eberhard Schultz, Gründer und Vorsitzender der Stiftung, betonte in seiner Begrüßungsrede die Bedeutung der Umsetzung sozialer Menschenrechte, insbesondere vor dem Hintergrund weltweiter Krisen, Hunger und steigender Armut auch in Deutschland, einer immer weiter auseinanderklaffenden sozialen Schere sowie der diskriminierenden und kriminalisierenden Flüchtlingsdebatte in Deutschland. Er blickt zurück auf drei Jahre Stiftungsarbeit, in denen viele engagierte und wichtige Projekte unterstützt wurden, wie Netzwerktreffen der Initiative Schwarzer Deutscher, der Notfond für mobile ArbeitnehmerInnen in Kooperation mit dem DGB-Projekt „Faire Mobilität“, die SeniorInnen-Initiative „Stille Straße e.V.“, das Berliner Flüchtlingscamp am Oranienplatz u.a.

Eberhard Schultz spricht von „ersten wichtigen Erfolgen auf einem beschwerlichen Weg“, für den die Stiftung und ihre MitstreiterInnen einen langen Atem benötigen. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg soll die von der Stiftung geforderte und längst überfällige Ratifizierung des UN-Sozialpaktes sein, der schon seit 1966 zum gültigen Völkerrecht gehört. Dieser unterstreicht, dass soziale Menschenrechte mehr sind als nur Symbol, sondern eigenständige, individuell einklagbare Rechtsansprüche werden müssen.

Die Kuratoriumsvorsitzende Prof. Dr. Rita Süssmuth hob in einem per Video übertragenen Grußwort die Bedeutung der Stiftungsarbeit hervor, „die den Kampf gegen die soziale Ungleichheit in allen Formen aufnimmt“ und betonte: „‘Wenn wir nicht kämpfen, wer sollte dann kämpfen?‘ Es kommt auf uns an und auf die, die wir dafür gewinnen. Es gibt weit mehr Menschen, die ein sehr ausgeprägtes Gefühl haben für Ungerechtigkeit, für Ungleichheit, für Armut und wie verletzend es von Menschen erfahren wird und die auch helfen wollen.“ Ihr Aufruf, die wertvolle Arbeit der Stiftung zu unterstützen, bewegte die Anwesenden sichtlich.

Es folgten zwei Beiträge von Mitgliedern der Jury des Filmwettbewerbs. Der international ausgezeichnete Dokumentarfilmer Marcel Kolvenbach stellte den von der Stiftung initiierten Filmwettbewerb zum Thema „Soziale Menschenrechte“ und dessen Ziel, einen lebhaften Diskurs über Social-Media-Kanäle auszulösen, dar. Dieses Ziel konnte nach Ansicht der Jury noch nicht erreicht werden. Social-Media-Kanäle seien vielleicht doch „mehr media als social“. Daher soll der Filmwettbewerb neu ausgeschrieben werden und weitere Anstrengungen unternommen werden, um junge Leute zu motivieren, sich mit sozialen Menschenrechten auseinanderzusetzen.

Dr. Cihan Arin, Architekt und Stadtplaner, Mitglied des Stiftungsvorstands, betonte, dass die Stiftung den Ausgang des diesjährigen Filmwettbewerbs als Ansporn betrachtet, den Filmwettbewerb erneut unter Beachtung der Erfahrungen und Lehren deutlicher auszuschreiben und tiefer unter den Filmschaffenden zu kommunizieren. Die zwei mit einem Anerkennungspreis ausgewählten Filme von Kunath/Reichel und Strenge/Pfander wurden vorgeführt. Die guten Ansätze wurden mit Applaus des Publikums belohnt.

Einen weiteren Höhepunkt des Abends stellte die multimediale Performance von Daniel Cremer zu dem von der Stiftung geförderten Projekt „Quartiersmanagement Museumsinsel“ dar. Sie beleuchtet mit satirischen Mitteln die andere Seite der sozialen Pyramide als Problem. Der Künstler möchte wichtige Akteure und Prominente im „Problemkiez unter den Linden“ aufsuchen, mit ihnen ins Gespräch kommen, aufklären und vielleicht sogar einige Ideen liefern, wie die BewohnerInnen mit gemeinnützigem Engagement ihr „schlechtes Gewissen beruhigen“ können. Mit einem entlarvenden Humor, der manchen Zuschauenden das Lachen im Halse stecken bleiben ließ, überzeugte Cremer die Anwesenden von seinem bemerkenswerten Projekt.

Zuletzt sprach das Vorstandsmitglied Dr. Dieter Hölterhoff über die Zukunft der Stiftungsarbeit. Geplant sind eine Fachtagung im April 2015 zum UN-Sozialpakt mit unterschiedlichen Panels und Workshops, der Aufbau eines Netzwerkes von Botschafterinnen und Botschaftern, die die Ratifizierung des UN-Sozialpaktes vorantreiben sollen, die erneute Ausschreibung des Filmwettbewerbs sowie die Fortsetzung der Unterstützung einiger Projekte wie u.a. des Festivals gegen Rassismus und des Notfonds für mobile ArbeitnehmerInnen, die auch auf der Homepage der Stiftung präsentiert werden

Nach dem offiziellen Programm und dem Dank des Vorsitzenden an alle Mitwirkenden begaben sich die Gäste ins Foyer, wo Sie die Infotische einiger geförderter Projekte (Stille Straße, Respekt e.V. und „Ticketteilen“) in Augenschein nehmen und an einem kleinen Empfang teilnehmen konnten, auf dem viele anregende Gespräche geführt und Kontakte geknüpft wurden

Berlin, den 24.10.2014

Hier lesen Sie das Grusswort der Kuratoriumsvorsitzenden Prof. Dr. Rita Süssmuth.

Das offizielle Programm finden Sie hier.