Eindrücke des Fachgesprächs in Bildern finden Sie hier.

Unser Fachgespräch in Kooperation mit der Sprecherin für Soziale Menschenrechte der Fraktion DIE LINKE, Azize Tank MdB im Berliner Haus der Demokratie und Menschenrechte fand positiven Zuspruch. Neben Einführungsvorträgen von Tobias Baur (Humanistische Union) und PD Dr. Thomas Lampert (Robert-Koch-Institut) zum sozialen Menschenrecht auf Gesundheit sowie dem Zusammenhang sozialer Ungleichheit und Gesundheit, konnten die Teilnehmer*innen in zwei Themenforen mit Elène Misbach vom Medibüro Berlin sowie mit Jeffrey Butler vom Berliner Bezirksamt Mitte ins Gespräch kommen. In der abschließenden Podiumsdiskussion mit den Referent*innen sowie den Veranstalter*innen Azize Tank und Eberhard Schultz wurden aktuelle Probleme des Sozialen Menschenrechts auf ein Höchstmaß an Gesundheit erörtert und gemeinsame Lösungsansätze diskutiert.

Abschließend stellte Eberhard Schultz die gemeinsame Erklärung Bundesregierung auf dem Prüfstand: Umsetzung der sozialen Menschenrechte bleibt eine wichtige Aufgabe - Zusatzprotokoll zum UN-Sozialpakt endlich ratifizieren, die in Kooperation mit dem Paritätischen Gesamtverband, FIAN Deutschland e.V., der Humanistischen Union, der Internationalen Liga für Menschenrechte, dem IPPNW, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. und dem Republikanischen Anwältinnen- und Anwälteverein (RAV) veröffentlicht wurde, vor. Diese wurde positiv von den Teilnehmenden des Fachgesprächs aufgenommen und erfreut sich weiterer Unterstützung.

Weitere detaillierte Informationen und eine Dokumentation der Veranstaltung folgen.

Das Menschenrecht auf ein Höchstmaß an geistiger und körperlicher Gesundheit, wie es im UN-Sozialpakt von 1966 völkerrechtlich verbindlich verankert ist, gewährleistet eine menschenwürdige und diskriminierungsfrei zugängliche medizinische Versorgung, Schutz vor Gesundheitsgefahren und eine optimale Gesundheitsförderung für alle. Es bildet eine unabdingbare Voraussetzung für ein Leben in Würde.

In der Bundesrepublik wird jedoch bestimmten Bevölkerungsgruppen der Zugang zu Gesundheitsleistungen erschwert oder gar verwehrt. So steht Geflüchteten lediglich die Behandlung von akuten Erkrankungen oder Schmerzen zu, während die Behandlung chronischer Erkrankungen sowie die zahnärztliche oder psychosoziale Versorgung nur unzulänglich abgedeckt werden. Auch die Einkommenssituation, das Bildungsniveau und die berufliche Situation wirken sich auf den Gesundheitszustand aus. Arme Menschen haben eine deutlich geringere Lebenserwartung und sind häufiger von chronischen Krankheiten betroffen als wohlhabende Menschen. Wie kann also das Soziale Menschenrecht auf Gesundheit umgesetzt werden? Reicht es, das Gesundheitsweisen zu reformieren oder ergibt sich aus dem Sozialen Menschenrecht auf Gesundheit auch ein Auftrag soziale Ungleichheiten abzubauen?

Diese Fragen wurden im Rahmen des Fachgesprächs unter Einbeziehung von Wissenschaft und Zivilgesellschaft kritisch erörtert und diskutiert.

Themenforen:

  1. Wer arm ist stirbt früher – Bedeutung von sozialer Ungleichheit für das Menschenrecht auf Gesundheit
  2. Nicht versichert, nicht behandelt – Barrieren beim Zugang zu Gesundheitsleistungen für Geflüchtete und Menschen ohne Versicherung

 

Podiumsdiskussion mit Tobias Baur (Humanistischen Union), Jeffrey Butler, (Bezirksamt Mitte von Berlin, Gesundheits- und Sozialberichterstattung), Elène Misbach (Medibüro Berlin), Azize Tank, MdB (Sprecherin für Soziale Menschenrechte der Fraktion DIE LINKE.) und Eberhard Schultz.

Den Flyer mit ausführlichem Programm finden Sie hier.