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SOS MEDITERRANEE - unsere Preisträger vom Oktober 2015- haben einen Jahresrückblick verfasst, den wir gerne mit Euch teilen würden:

"Liebe Unterstützer*innen,

das Jahr 2019 war eines mit zahlreichen Untiefen und wechselnden Wetterlagen, aber auch ein Jahr getragen von ordentlich Rückenwind und starken Ankern. Seitdem wir vor einem Jahr gezwungen waren, den Einsatz mit unserem Rettungsschiff Aquarius einzustellen, ist viel passiert. Im Juli konnten wir mit unserem neuen Rettungsschiff, der Ocean Viking, in den Einsatz auf See zurückkehren, um Menschen vor dem Ertrinken zu retten. An Land haben wir uns dafür stark gemacht, dass Menschen weder ungehört noch ungesehen im Mittelmeer sterben und Seenotrettung wieder möglich ist.

Im Januar 2019 begann die Suche nach einem neuen Rettungsschiff. Insgesamt 15 Schiffe wurden von unseren Teams besucht und auf ihre Tauglichkeit für unseren Einsatz im Mittelmeer geprüft. Bereits im Februar war ein Schiff, das unseren Ansprüchen entsprach, gefunden. Doch kurz darauf kam die große Enttäuschung - plötzlich stand es nicht mehr für eine Charter zur Verfügung.

Die Suche ging weiter und im April konnten wir die Verhandlungen für die Ocean Viking aufnehmen. Alles geschah unter strikter Geheimhaltung. Die Angst, blockiert und nicht in See stechen zu können, war zu groß. Und so wurde die Ocean Viking drei Monate lang in aller Verschwiegenheit im Hafen von Stettin für den Einsatz im Mittelmeer angepasst und umgebaut.

Am 21. Juli 2019 war es so weit: SOS MEDITERRANEE ist #BackAtSea!

Bis heute konnten unsere Teams in 19 Einsätzen 1.373 Menschen im zentralen Mittelmeer vor dem Ertrinken retten. Dabei waren fast ein Viertel der Geretteten Kinder, viele von ihnen ohne Begleitung eines Elternteils oder einer anderen Bezugsperson. Insgesamt konnten wir seit Beginn unseres Einsatzes 30.896 Menschen retten - eine Zahl, die uns Kraft gibt und uns gleichzeitig vor Augen führt, wie dringend wir angesichts des Versagens europäischer Politik gebraucht werden. Eine Zahl hinter der 30.896 Leben, Geschichten und Träume stehen.

Träume, wie die von Adam, der kaum volljährig aus dem Sudan floh und "einfach nur glücklich sein will" oder die Geschichten der Menschen, denen Michael als Teil des Rettungsteams an Bord der Ocean Viking begegnet.  

Vom ersten Tag an waren Journalist*innen mit an Bord der Ocean Viking - sie sind neutrale Beobachter*innen, die über unsere Such- und Rettungseinsätze berichten. Sie spiegeln die Stimmen derer, die libyschen Lagern über das Mittelmeer entkommen sind, ebenso wie die Arbeit unserer Crew. In deutscher Sprache berichteten Nele Posthausen für WDR Hörfunk und Phillipp Saure für die Nachrichtenagentur EPD. Als internationale Medien waren u.a. der Sender Al Jazeera und die Nachrichtenagentur AFP vertreten.

Der Winter kommt - auch im Mittelmeer - und damit wird die Flucht noch gefährlicher. Wind und Wellen stellen ein noch größeres Risiko für die ohnehin instabilen Boote und die Menschen an Bord dar. Damit sind auch besondere Herausforderungen an unseren Einsatz verbunden. Was im Winter anders ist, wie wir die Ocean Viking für den Einsatz im Winter vorbereitet haben und warum wir gerade in der kalten Jahreszeit vor Ort sein müssen, erfahrt ihr in unserer Videoreihe.

Als zivilgesellschaftliche Organisation setzen wir geltendes Seerecht um und setzen uns auf allen Ebenen für dieses Völkerrecht ein. Wir fordern die europäischen Staaten auf, die Pflicht zur Seenotrettung, nicht zu ignorieren. Damit sind wir nicht allein. Über 250 Organisationen appellierten dieses Jahr in einem offenen Brief an Angela Merkel, endlich zu handeln. Die Forderungen sind aktueller denn je: Denn noch immer werden Flüchtende auf See abgefangen und nach Libyen zurückgebracht. Und noch immer werden zivile Rettungsschiffe auf See blockiert, bis die Geretteten an einem sicheren Ort an Land gehen können.

Das internationale Seerecht ist ganz klar: Leben retten ist Pflicht! Weil die Europäische Union dieser humanitären und rechtlichen Verpflichtung im Mittelmeer nicht nachkommt, haben wir anlässlich der diesjährigen Wahlen zum Europäischen Parlament die Aktion #RespectLawOfTheSea ins Leben gerufen. Kreativ umgesetzt in verschiedenen Video-Comicstrips - gezeichnet vom französischen Karikaturisten Rhodo und eingelesen von Heike Makatsch - werden die Grundlagen des internationalen Seerechts verständlich und anschaulich erklärt.

Wir streiten für die Pflicht, Leben zu retten. Und das auch dort, wo man uns vielleicht nicht erwartet. Um viele Menschen zu erreichen und über die Lage im Mittelmeer zu informieren, waren wir deutschlandweit auf unterschiedlichen Festivals, Straßenfesten, Konzerten, Demos, bei Diskussionen, Ausstellungen und vielem mehr vertreten. Denn: jede Stimme macht uns lauter und jede Hand hilft. Unterstützt haben uns dabei neben vielen anderen AnnenMayKantereit, Katja Riemann, Querbeat und natürlich unsere wunderbaren Freiwilligen.

Danke euch und wir freuen uns auf Eure so wichtige Unterstützung im kommenden  Jahr!"

 

Veranstalter und Beteiligte wehren sich gegen die Berichterstattung von BZ und Bild über eine angebliche »Judenhasser– Konferenz« – Der konstruierte Antisemitismus – Vorwurf wird notfalls gerichtlich geklärt.

Die am Samstag, den 07. Dezember 2019 vom palästinensischen Return Center (PRC), der palästinensischen Gemeinschaft Deutschlands (PGD), vom Verband der palästinensischen und arabischen Vereine in Berlin und Palestinians In Europe Conference durchgeführte Konferenz fand aus Anlass des 70. Jahrestages der Gründung der United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East (UNRWA) statt.

Sie stand nicht nur unter diesem Motto – die Bedeutung dieser wichtigen Einrichtung für Millionen aus ihrer Heimat vertriebe Palästinenser*innen wurde in zwei Dutzend Beiträgen von Expertinnen und Experten, Politikern und Rechtsanwälten aus verschiedenen europäischen Ländern aus politischer, völkerrechtlicher und sozialer Sicht dargestellt. Dabei wurde auch die Politik der israelischen Regierung und der US-Administration kritisiert, die mit vorgeschobenen Argumenten versuchen, die Arbeit der von der UNO seit Jahrzehnten organisierten, finanzierten und unterstützten Organisation UNRWA zu sabotieren. Diese Kritik stützt sich unter anderem auf Untersuchungen der UN vor Ort in Palästina und Israel, so des früheren speziellen UN-Berichterstatters Richard Falk.

Über diese Informationen erfahren die Leser von BZ und Bild nichts. Statt über die Reden und ausführlichen Beiträge zu berichten, wird gegen die Veranstalter*innen und Redner*innen als »Antisemiten« gehetzt und über die Beiträge als antisemitisch hergezogen – ohne dies mit einem einzigen Zitat aus den Beiträgen belegen zu können. Vielmehr wird versucht, diese Hetze mit angeblichen Kontakten der Organisator*innen zur Hamas zu begründen, ja es wird behauptet diese Konferenz sei eine der jährlichen Veranstaltungen von Hamasunterstützern in Europa.

Diese fadenscheinige Konstruktion erinnert an die aus der McCarthy-Ära, der Hochzeit des Antikommunismus der 1950er Jahre in den USA, zur Blüte gekommene sogenannte Kontaktschuld.
Eine solche Kritik an der Politik der israelischen Regierung als »Judenhass« und antisemitisch zu bezeichnen ist nicht nur absurd, sondern auch ein schwerer Affront gegenüber allen Jüdinnen und Juden, die sich mit einer ähnlichen Kritik konfrontiert sehen, weil sie sich im In- und Ausland für die Versöhnung von Jüd*innen und Palästinenser*innen einsetzen.

Die Veranstalter und Beteiligten, das Palästinensische Return Center (PRC), die palästinensische Gemeinschaft Deutschlands (PGD), der Verband der palästinensischen und arabischen Vereine in Berlin und Palestinians In Europe Conference, werden sich diese Hetze nicht gefallen lassen.

Rechtliche Schritte gegen diese Verleumdungen und die Falschbehauptungen werden geprüft.

Der jüdische Autor und Verleger Abi Melzer und der  Menschenrechtsanwalt Eberhard Schultz verlangen von den betreffenden Journalisten und von der BZ und Bild die Rücknahme der Äußerungen und die Entfernung aus dem Internet. Sollte dies nicht geschehen, werden sie das gerichtlich klären lassen.

Berlin, den 11.12.2019
Für die Veranstalter:

Palestinians In Europe Conference.

Verband der palästinensischen und arabischen Vereine in Berlin.
Palästinensisches Return Center (PRC).
Palästinensische Gemeinschaft Deutschlands (PGD).

Der Autor und Verleger Abi Melzer

Der Menschenrechtsanwalt Eberhard Schultz

 

 

Pressemitteilung von SOS Mediterranee
Berlin, den 21. Oktober 2019


Am 18. Oktober, nur zwei Tage nachdem das Rettungsschiff Ocean Viking in Italien 176 gerettete Menschen an Land gebracht hat, haben die Hilfsorganisationen SOS MEDITERRANEE und Ärzte ohne Grenzen (MSF) erneut 104 Personen aus einem Schlauchboot gerettet. Es war 50 Seemeilen vor der libyschen Küste in Seenot geraten. Unter den geretteten Menschen befinden sich zwei schwangere Frauen und 41 Minderjährige, 76% von ihnen sind unbegleitet. Das Rettungsteam von SOS MEDITERRANEE hatte das Boot mit einem Fernglas gesichtet und umgehend die Evakuierung der Menschen von dem seeuntüchtigen Schlauchboot eingeleitet.

In den letzten zwei Tagen haben die Teams der Ocean Viking den Augenzeugenberichten der Überlebenden zugehört. Diese sind erschreckende Zeugnisse der Gewalt und der Misshandlungen denen Migrant*innen und Flüchtende in Libyen ausgesetzt sind. Ein 20-jähriger Mann von der Elfenbeinküste erzählte dem SOS MEDITERRANEE-Team an Bord, dass er in dem libyschen Privatgefängnis Bani Walid mitansehen musste, wie Wächter einen seiner Freunde mit Benzin übergossen und ihn anschließend anzündeten. Sein Freund sei zwei Tage später, nachdem er keine medizinische Versorgung erhalten hatte, an den Folgen seiner Verletzungen gestorben.

Die vollständige Pressemitteilung lesen Sie auf der Webseite von SOS Mediterranee.