Bericht von unserer Jahresveranstaltung 2021

im Festsaal des Rathaus Charlottenburg unter der Schirmherrschaft des Bezirksbürgermeisters Reinhard Naumann mit Verleihung des Sozialen Menschenrechtspreises 2021

© Photographie Tim Parks

Wir haben außerdem das zehnjährige Bestehen unserer Stiftung feiern können.

Eberhard Schultz, Vorsitzender der Stiftung, eröffnete die Festveranstaltung mit einer Begrüßung der 50 Anwesenden und einem Dank an die Vorstands- und Kuratoriumsmitglieder, die Mitarbeiter:innen und Ehrenamtlichen. Außerdem berichtete er von den abschließenden Arbeiten an einem NGO-Parallelbericht zum Zwischenbericht der Bundesregierung an den UN-Ausschuss zum Thema rassistischer Diskriminierung.

Vorsitzender Eberhard Schultz

Vorsitzender Eberhard Schultz, © Photographie Tim Parks

Durch das Jubiläum führte uns Koray Yılmaz-Günay vom Migrationsrat Berlin e.V. als Moderator.

Koray Yılmaz-Günay

Koray Yılmaz-Günay, © Photographie Tim Parks

Es folgte die Grußbotschaft unserer Vorstandsvorsitzenden Frau Prof. Dr. Rita Süssmuth, die leider nicht persönlich teilnehmen konnte, vorgetragen von unserer Mitarbeiterin Selma Oker.

Selma Oker

Selma Oker, © Photographie Tim Parks

Darin heißt es: „Die Arbeit der Eberhard-Schultz-Stiftung ist und bleibt unverzichtbar: Die systematische Ausgrenzung und Diskriminierung von Minderheiten ist leider immer noch alltäglich. Um diesem Unrecht entgegenzuwirken arbeitet die Stiftung zusammen mit Experten und Expertinnen, Betroffenen-Organisationen und Interessierten an einem Schattenbericht (NGO-Parallelbericht) an den UN-Ausschuss zur Beseitigung von rassistischer Diskriminierung (CERD). Wir hoffen, damit Aufmerksamkeit auf noch nicht gelöste Aspekte dieses hochaktuellen Themas lenken zu können und dadurch Einfluss auf die Evaluation des Staatenberichts der Bundesregierung an den UN-Ausschuss zu nehmen.“

Rita Süssmuth

Rita Süssmuth, © Photographie Tim Parks

In ihrer Festrede zum zehnjährigen Bestehen beglückwünschte Prof. Dr. Aysel Yollu-Tok (Institutsdirektorin der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und ehemaliges Vorstandsmitglied) die Stiftung und legte den Zuhörer:innen die Bedeutung der sozialen Menschenrechte ans Herz. Sie schilderte lebendig, wie sie sich als Ökonomin durch die Jahresberichte sowie durch die Website durchgearbeitet hat:

Die Eberhard-Schultz-Stiftung hat in den letzten zehn Jahren über 50 Pressmitteilungen verfasst, hat an über 60 Aktivitäten wie z.B. Workshops und Fachtagungen teilgenommen, bzw. sie selbst durchgeführt. Immer mit dem Ziel, auf den bestehenden Missstand hinzuweisen und mit der Forderung, Soziale Menschenrechte als individuell einklagbare Rechte umzusetzen.

Die Eberhard-Schultz-Stiftung ist aber nicht nur auf dieser Meta-Ebene unterwegs, sondern auch auf dem Feld, direkt an den Bedarfen von Menschen: Sie hat in den letzten 10 Jahren unzählige Projekte finanziell gefördert.“

Prof. Dr. Aysel Yollu-Tok

Prof. Dr. Aysel Yollu-Tok, © Photographie Tim Parks

Nach einer weiteren musikalischen Einlage von der Soul-Musikerin Jasmine Lajeunesse folgte der Fachvortrag von Dr. Johanna Offe von Ärzte der Welt e.V. zum Thema: „Das Menschenrecht auf Gesundheit: Wem es in Deutschland verwehrt bleibt.“

Jasmine Lajeunesse

Jasmine Lajeunesse, © Photographie Tim Parks

Gesundheit hängt, das haben verschiedene Studien gezeigt, zu einem geringeren Maß von individuellem Verhalten und individuellen Anlagen ab als von den sogenannten sozialen Determinanten von Gesundheit – Arbeitsbedingungen, Ernährung, Wohnen, Bildung und Zugang zu medizinischer Versorgung.

Die Verwirklichung des Rechts auf Gesundheit steht damit in einem besonderen Verhältnis zu anderen Menschenrechten. Einerseits ist die Verwirklichung von fundamentalen Rechten wie Ernährung, Freiheit, soziale Sicherheit, Wohnen, Bildung und Erholung Grundbedingung für die Verwirklichung des Rechts auf Gesundheit. Andererseits ist Gesundheit wiederum Bedingung, dass Menschen wählen gehen, arbeiten, sich versammeln oder zur Schule gehen können – also andere Menschenrechte wahrnehmen können.“

Dr. Johanna Offe

Dr. Johanna Offe, © Photographie Tim Parks

Daraufhin wurde das große Geheimnis des Abends gelüftet und bekanntgegeben, dass die Jury den Sozialen Menschenrechtspreis in diesem Jahr an Project Wings vergeben hat. Der Preis ist mit insgesamt 2500 € dotiert – eine Spende unseres ehrenamtlichen Unterstützers Sinan Çarıkçı und des BWK BildungsWerk in Kreuzberg.

Preisverleihung an Project Wings

Preisverleihung an Project Wings, © Photographie Tim Parks

Mit der Laudatio des Mitglieds der Jury Mara Fischer – vorgetragen von unserem Vorstandsmitglied Andre Nogossek – wurden die vier jungen Menschen, die sich im Project Wings zusammen getan haben, um das Thema Umweltschutz an konkreten Projekten gesellschaftsfähig zu machen, gewürdigt und über ihre Arbeit ausgeführt:

Sie tun dies in Deutschland in Zusammenarbeit mit verschiedenen Bildunseinrichtungen; besuchen Schulen und bieten Projekttage und -wochen an, pflanzen Bäume und verkaufen ökologische Produkte in einem Onlinestore, zur Finanzierung der Projekte. Schwerpunkt der Arbeit ist das ECOBRICK Pfand- und Recyclingsystem in Form eines Recyclingdorfes in Sumatra / Indonesien.

Project Wings zeigt, dass das Engagement im Bereich Umweltschutz auch für die Einhaltung und Erfüllung der Menschenrechte essentiell ist und verfolgt das große Ziel, Umweltschutz gesellschaftsfähig zu machen. Umweltschutz wird bis dato zwar nicht in den Menschenrechten als Recht aufgeführt, wird aber stark damit in Verbindung gesetzt.“

Vorstand André Nogossek

Vorstand André Nogossek, © Photographie Tim Parks

Bei den Preisträgern 2021 handelt es sich um eine Organisation mit dem Fokus auf ökologische Ziele, bei deren Tätigkeit die umfassende Durchsetzung die sozialen Menschenrechte unabdingbar ist. https://www.project-wings.de/

Marc Helwing

Marc Helwing, © Photographie Tim Park

Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann betonte in seiner abschließenden Grußbotschaft, die mit viel Beifall aufgenommen wurde: „Die Eberhard-Schultz Stiftung hält in lokalen und globalen Maßstäben erfolgreich die Lupe drauf“, und spannte damit den Bogen von den Gewinner:innen des Preises Mieterinitiative Kosmosviertel in Berlin Köpenick bis nach Indonesien. Außerdem setzte er sich dafür ein, dass seine zukünftige Nachfolgerin den Staffelstab übernehmen solle, sodass die kommenden Jahresveranstaltungen weiterhin in den Hallen des Rathaus Charlottenburgs stattfinden können.

Reinhard Naumann

Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann, © Photographie Tim Parks

Daran anknüpfend gab Eberhard Schultz im Schlusswort seiner Hoffnung Ausdruck, kein weiteres Jubiläum mehr feiern zu müssen, denn dann wäre die Arbeit der Stiftung unnötig geworden und die sozialen Menschenrechte umgesetzt – so aber dankte er noch einmal allen, die den gelungenen Abend möglich gemacht hatten.

Da der Empfang im Anschluss wegen der pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen ausfallen musste, gab es diesmal nur in kleinem Kreise Baklava zum Abschied.

© Photographie Tim Parks