Pressemitteilung zur heutigen Jahresveranstaltung im Rathaus Charlottenburg mit Verleihung des sozialen Menschenrechtspreis 2020

Pressemitteilung zur Jahresveranstaltung 2020 (pdf)

Heute, am 29.10.2020, verleiht unsere Stiftung bereits zum siebten Mal unseren „Sozialen Menschenrechtspreis“ im Festsaal des Rathaus Charlottenburg unter der Schirmherrschaft des Bezirksbürgermeisters Reinhard Naumann.

Der „Soziale Menschenrechtspreis“ ist mit 2500 Euro dotiert und wird in diesem Jahr an den gemeinnützigen Verein Wassertor e. V. vergeben (https://www.wassertor.org/).

Die Laudatio auf die Nachbarschaftsinitiative hält unser Jurymitglied Eveline Lämmer vom Landesseniorenbeirat. Wassertor e. V. setzt sich seit über zehn Jahren für mehr Teilhabe und Lebensqualität für isolierte Ältere in Berlin-Kreuzberg ein, trotz Armut, sozialer Benachteiligung und sprachlicher Einschränkungen. Diese erreicht das Team durch diverse Angebote, die auf die aktuellen Bedürfnisse der Älteren reagieren. So wurden auch in Corona-Zeiten die Bedarfe ­- von Lebensmitteln und Sozialberatung bis zu Sport und Erzählen – schnell und unkompliziert mit angepassten und neuen Angeboten angesprochen.

Damit engagieren sich die Preisträger vorbildlich für die Durchsetzung des sozialen Menschenrechts auf soziale Sicherheit nach Art. 7 des UN-Sozialpakts.

Der Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann betont: „Die Corona-Pandemie wird tiefe Spuren in unserem Miteinander hinterlassen, nicht nur in ökonomischer Hinsicht, sondern auch in sozialer Hinsicht. Umso wichtiger ist es, dass Menschen die Ärmel hochkrempeln, sich engagieren, nach links und rechts schauen: Wo sind Menschen, die unserer Unterstützung, unserer solidarischen Hilfe bedürfen?“

Weitere Highlights:

  • Grußbotschaft unserer Kuratoriumsvorsitzenden Prof. Dr. Rita Süssmuth
  • Grußbotschaft des bekannten Kapitalismus- und Globalisierungskritikers Jean Ziegler
  • Fach-Beitrag von Dr. Cengiz Barskanmaz, Max Planck Institut „Rassismusbekämpfung zwischen Symbolpolitik und Menschenrechten“

Die Veranstaltung wird von Julia Finsterwalde, M.A., Pangea-Haus, moderiert.

Musikalisch wird der Abend vom Tango-Ensemble Pitango umrahmt.

Der Vorsitzende der Stiftung Eberhard Schultz: „Alle reden von Corona – Wir kämpfen gegen die wachsende soziale Spaltung und für die Durchsetzung der sozialen Menschenrechte.“

Die Jury: Mara Fischer (Dozentin HWR und HTW), Eveline Lämmer (Stille Straße e.V.), Dr. Cem Dalaman (Redakteur rbb), Reinhard Laska (ZDF) und Nihat Sorgeç (BWK, Berlin)

Der Vorstand: Azize Tank MdB a.D., Klaus Kohlmeyer (BQN), André Nogossek (Bundesagentur für Arbeit), Eberhard Schultz (Menschenrechtsanwalt)

Verleihung des „Sozialen Menschenrechtspreises 2020“ am 29.10.2020

Die diesjährige Jahresveranstaltung der Eberhard-Schultz-Stiftung für soziale Menschenrechte und Partizipation mit der Verleihung des „Sozialen Menschenrechtspreises 2020“ wieder im Festsaal des Rathauses Charlottenburg unter der Schirmherrschaft von Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann statt:

Am Donnerstag, 29.10.2020, um 18.00 Uhr im Festsaal des Rathauses Charlottenburg, Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin.

Da  im Festsaal aufgrund von Corona nur 40 Personen zugelassen und bereits alle Plätze reserviert sind, bieten wir die Veranstaltung auch zusätzlich online im Live-Stream über „Zoom“ an.

Klicken Sie am Donnerstag, dem 29.10.2020, um 18.00 Uhr auf den Zoom-Link und geben Sie den Kenncode ein, um in die Veranstaltung zu gelangen.

Zoom-Meeting beitreten:
https://us02web.zoom.us/j/87285609286?pwd=MTFHU1ZKMnMrejVVQTRHSHY4cVlEdz09
Meeting-ID: 872 8560 9286
Kenncode: 038598

Zur Datenschutzerklärung von Zoom: https://zoom.us/de-de/privacy.html.

Die Jury hat ihre Auswahl für den diesjährigen Preis unter den 21 Bewerbungen getroffen. Diese wird aber erst auf der Veranstaltung bekannt gegeben. Daneben wollen wir unsere laufenden und zukünftigen Aktivitäten vorstellen. Außer dem Grußwort des Schirmherren und Bezirksbürgermeisters Reinhard Naumann und dem Grußwort des Kuratoriums und des Vorstands ist ein Fachvortrag zum Thema „Rassismusbekämpfung zwischen Symbolpolitik und Menschenrechten“ von Dr. Cengiz Barskanmaz geplant.

Wir freuen uns auf eine interessante Veranstaltung mit Ihnen und Euch!

Programm

Eröffnung

Eberhard Schultz

Grußworte

Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann

Prof. Dr. Rita Süssmuth, Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung

Gastbeitrag

Dr. Cengiz Barskanmaz, Max Planck Institut

Rassismusbekämpfung zwischen Symbolpolitik und Menschenrechten

Verleihung des Sozialen Menschenrechtspreises 2020

Laudatio

Eveline Lämmer, Mitglied der Jury

Musikalische Umrahmung

Tango-Ensemble Pitango

Moderation

Julia Finsterwalder, M.A., Pangea-Haus

Empfang im Anschluss

Ausschreibung „Sozialer Menschenrechtspreis 2020“

Unsere Stiftung wird im Jahr 2020 wieder Einzelpersonen, Vereine, Projekte, Organisationen oder Unternehmen mit dem „Sozialen Menschenrechtspreis“ auszeichnen, die sich um die sozialen Menschenrechte verdient gemacht haben. Der Preis ist in diesem Jahr vorläufig- angesichts der bekannten finanziellen Engpässe auch in Folge der Corona- Krise- mit 2.500 € dotiert, er wird gegebenenfalls erhöht, falls wir dazu weitere Spenden erhalten.

Einsendeschluss ist der 15.09.2020 (Eingang am Stiftungssitz).

Die Preisverleihung erfolgt wieder als Festakt im Rahmen unserer Jahresveranstaltung im Rathaus Charlottenburg unter der Schirmherrschaft des Bezirksbürgermeisters Reinhard Naumann am 29. Oktober 2020 in Berlin.

Mit dem Preis will unsere im Jahr 2011 gegründete Stiftung helfen, die bereits im UN- Sozialpakt von 1966 festgeschriebenen sozialen Rechte bei uns und weltweit durchzusetzen – wie die auf soziale Sicherheit und Wohnung, Arbeit, Gleichberechtigung, Bildung und Freiheit des Kulturlebens.

Unter sozialen Menschenrechten verstehen wir das Recht auf Selbstbestimmung, die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie entsprechend der Allgemeinen Menschenrechtserklärung vom 10.12.1948 (Art. 22–27), konkretisiert im Internationalen Pakt über die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte von 1966 (UN-Sozialpakt):

  •  das Recht auf soziale Sicherheit,
  •  das Recht auf Arbeit, gleichen Lohn, Koalitionsfreiheit,
  •  Erholung und Freizeit,
  •  soziale Betreuung, d.h. ein angemessener Lebensstandard bezüglich Bekleidung, Wohnung, ärztlicher Versorgung etc.,
  •  Bildung und kulturelle Teilhabe und Freiheit des Kulturlebens.

Jede Einzelperson, jeder Verein, jedes Projekt, jede Organisation und jedes Unternehmen, das sich mit seinen Zielen und seiner Tätigkeit in diesen Bereichen engagiert, ist zur Teilnahme eingeladen- in diesem Jahr hat der Vorstand beschlossen insbesondere Aktivitäten zum Thema Altersarmut und Pflege mit dem Preis auszuzeichnen. Sie können sich selbst bewerben oder begründete Vorschläge für Preisträger*innen einreichen.

Von der Preisausschreibung ausgeschlossen sind staatliche und halbstaatliche Stellen.

Die/der Preisträger*in wird unter Ausschluss des Rechtsweges von einer unabhängigen Jury ermittelt. Die Verleihung des Preises mit einer Urkunde erfolgt in einer öffentlichen Veranstaltung in Berlin. Der Preis berechtigt, die/den Preisträger*in, mit dem Logo des Stiftungspreises zwei Jahre in der Geschäftspost zu werben.

Preisträger*innen der letzten Jahre waren u.a. Stille Straße e.V., das Medibüro Berlin, mob e.V./Strassenfeger, KulturistenHoch2 und die Ärzte der Welt. Sonderpreise gingen an FIAN, SOS Mediterranee, Vielfältiges Menschenbild gGmbH und das Bündnis Mieterprotest Kosmosviertel. Im vergangenen Jahr ging der Preis an Bizim Kiez- unser Kiez in Berlin und den stellvertretenden Sprecher der Nationalen Armutskonferenz (NAK) Robert Trettin.

Bewerbung für den Sozialen Menschenrechtspreis 2020

Bewerbung bis spätestens 15.09.2020 an:

Eberhard-Schultz -Stiftung für soziale Menschenrechte und Partizipation

Haus der Demokratie und Menschenrechte

Greifswalder Str. 4

10405 Berlin

Briefkastennr. 52

E – Mail: info@dmn308.panel.vege.net

Bitte die Vorschläge möglichst per E-Mail einreichen!

  • Bitte füllen Sie dazu den Bewerbungsbogen aus. Dieser enthält beschreibbare Felder, die Sie, wenn möglich, direkt mit Hilfe Ihres PDF-Programmes ausfüllen. (Adobe Acrobat Reader ermöglicht dies über die Funktion „Ausfüllen und unterschreiben“)
  • Die „Kurzbeschreibung der Aktivitäten für Soziale Menschenrechte“ (siehe Bewerbungsbogen) sollte nicht mehr als 1000 Zeichen (mit Leerzeichen) lang sein (ca. eine halbe Seite Text bei Arial Schriftgröße 12, Zeilenabstand 1,5).

Fügen Sie dem Bewerbungsbogen bitte folgende Zusatzinformationen bei:

  • Schriftliche Begründung, wie der/ die Vorgeschlagene sich konkret für die sozialen Menschenrechte engagieren und insbesondere zu den Themen Altersarmut und/oder Pflege.
  • Hintergrundmaterial, Dokumente und Quellen
  • Möglichst Foto der/des Nominierten (jpg)

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie den Bewerbungsbogen und die von Ihnen zusammengestellten Zusatzinformationen in einer PDF-Datei abspeichern könnten. Diese sollte max. 2MB groß sein. Falls es technisch für Sie nicht umsetzbar ist, die vollständige Bewerbung in einer Datei abzuspeichern, bitten wir Sie, uns inklusive Bewerbungsformular nicht mehr als 2 Anhänge (insgesamt max. 2MB) zuzusenden.

Das Formular für die Ausschreibung finden Sie hier.

Vesper- Veranstaltung „Menschenrechte in Zeiten des Klimawandels“ am 28.11.2019

Veranstaltungsbild

Donnerstag, 28.11.2019 um 19 Uhr, Robert- Havemann- Saal im Haus der Demokratie und Menschenrechte

Die Klimakrise wirkt sich tiefgreifend auf die Lebensbedingungen von Menschen aus: Sie zerstören Häuser ebenso wie lebensnotwendige Infrastrukturen; sie führen zu Armut, Mangelernährung, Krankheit und Tod. Ihre Folgen sind unumkehrbar und in ihrer Intensität beispiellos. Damit bedrohen sie weltweit die Menschenrechte von Millionen Bürgerinnen und Bürgern.

Der Umgang mit der Krise ist eine Frage globaler und generationenübergreifender Gerechtigkeit, denn am stärksten betroffen sind die ärmsten Menschen, die ökonomisch schwächsten Länder und die zukünftigen Generationen. Appelle und Mahnungen reichen nicht, klare Vorgaben und Verbote sind notwendig. Da die Politik versagt, muss die Zivilgesellschaft aktiv werden. Zukunftsgestaltung ist Sache der Bürger*innen, nicht nur ihrer Repräsentant*innen. Politik braucht den Druck von unten. Wie können wir den Druck weiter erhöhen und langfristig aufrechterhalten?

Darüber wollen wir diskutieren mit:

  • Anja Köhne, Scientists for Future
  • Cléo Mieulet, Extinction Rebellion
  • Emma Fuchs, Fridays for Future
  • Herbert Lohner, BUND Berlin
  • Kerstin Doerenbruch, Greenpeace Berlin
  • Lara Eckstein, campact!
  • Moderation: Herbert Nebel, Internationale Liga für Menschenrechte

Unter dem Motto “Menschenrechte aktuell” veranstalten die Humanistische Union e.V., die Internationale Liga für Menschenrechte e.V., die Eberhard-Schultz-Stiftung für soziale Menschenrechte und Partizipation und die Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte jeweils am letzten Donnerstag des Monats einen Diskussionsabend.

Veranstalter: Internationale Liga für Menschenrechte e.V., Humanistische Union e.V., Eberhard-Schultz-Stiftung für soziale Menschenrechte & Partizipation und Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte

Jahresveranstaltung am 17.10.2019 mit Verleihung des Menschenrechtspreises im Rathaus Charlottenburg zum Thema „Soziales Menschenrecht auf Wohnen verwirklichen!“ erfolgreich durchgeführt

images/Jurybegrndung2019Jahresveranstaltung am 17.10.2019 mit Verleihung des Menschenrechtspreises im Rathaus Charlottenburg zum Thema „Soziales Menschenrecht auf Wohnen verwirklichen!“ erfolgreich durchgeführt

(c) Eberhard-Schultz-Stiftung, Andreas Domma, Photoart Berlin

Zu Beginn begrüßte der Vorsitzende Eberhard Schultz die knapp 100 Teilnehmenden, vor allem die, die selber von Armut, Ausgrenzung und Wohnungsnot betroffen sind, sowie eine Reihe der angemeldeten Gäste: Sinan Carikci (Vorstand Deutsch-Arabische Gesellschaft), Rouzbeh Taheri (Deutsche Wohnen und Co. enteignen), Peter Schmidt (Bündnis Mieterprotest Kosmosviertel), Christian Knöll und Susanne Böhme (Friedrich-Ebert-Stiftung), Marion Böker (Beratung für Menschenrechte und Genderfragen, Direktorin), Bernd Häusler (Menschenrechtsbeauftragter RAK), Remzi Uyguner (Türkischer Band Berlin-Brandenburg, „Fair mieten-Fair wohnen“), Katina Schubert (Landesvorsitzende DIE LINKE, Arbeitsmarkt- und Flüchtlingspolitischesprecherin), Niklas Schenker (Fraktionsvorsitzender und stadtentwicklungspolitischer Sprecher, DIE LINKE, BVV Charlottenburg-Wilmersdorf), Doris Hammer (DIE LINKE, BVV Neukölln), Ahmed Abed (Internationale Liga für Menschenrechte), Janka Vogel (Integrationsbüro Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf), Remzi Kaplan (Vorsitzender TDU), Monika Bergen (Flüchtlingsrat Berlin), Adriana Kessler (Human e.V.), Dietlind Schmidt (Wohnungslosenparlament), Elvira Yevtushenko (Integrationswerk Respekt e.V.) and last but least S. E. Manuel Mejía Dalmau (Botschafter Ecuador) und Ivet López (stellvertretende Botschafterin, Botschaftsrätin Kuba).

Anschließend verlas Eberhard Schultz eine Grußbotschaft von Jean Ziegler, dem früheren UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, in der es unter anderem heißt: „Es ist eine Schande, dass wir immer noch für die Durchsetzung des Rechts auf eine angemessene Wohnung zu bezahlbaren Preisen für Alle kämpfen müssen.”

  • Das Grußwort unserer Kuratoriumsvorsitzenden Prof. Dr. Rita Süssmuth, MdB a.D., frühere Bundestagspräsidentin und unsere Kuratoriumsvorsitzende, die aus terminlichen Gründen leider nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte, wurde von der Moderatorin verlesen. Darin heißt es: „Die Arbeit von Stiftungen ist fundamental, nicht nur für die Ausübung der Menschenrechte, sondern auch für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft, gerade heute in der Zeit von wachsendem Populismus und Ausgrenzung.“ Sie betonte: „die schwierige Finanzsituation betrifft viele gemeinnützige Organisationen und Stiftungen, insbesondere jetzt in der herrschenden Niedrigzinsphase. Auch dieses Jahr möchte ich daher betonen, dass wir für die Arbeit auf Ihre Spenden angewiesen sind. Aber nicht nur finanzielle Förderung ist essentiell, jedes bürgerliche Engagement wie die ehrenamtliche Mitarbeit ist möglich und notwendig.“
  • Die Videobotschaft der UN-Sonderbeauftragten für das Recht auf Wohnen, Leilani Farha wurde in englischer Sprache gezeigt und eine Übersetzung ausgelegt, in der es heißt: „Der Zugang zu angemessenem und bezahlbarem Wohnraum ist das dringlichste Thema in vielen Städten weltweit. […] Zur Durchführung […] brauchen wir Organisationen, die, sich auf lokaler Ebene engagieren und die Regierungen zur Verantwortung ziehen, um die Einhaltung der Menschenrechte sicherzustellen. Die Eberhard-Schultz-Stiftung für Soziale Menschenrechte ist eine solche, wichtige Organisation in diesem Bereich.“ Sie betont, „dass die Welt die Ereignisse in Berlin aufmerksam verfolgt hat und wir eine Menge Hoffnung und Inspiration ziehen aus den Aktivitäten der Mieterinitiativen. […] Die Krise im Wohnungssektor kann nur durch die Forderung zur Durchsetzung der sozialen Menschenrechte bewältigt werden.“
  • Der Gastbeitrag Dr. Andrej Holms (Stadtsoziologe, HU Berlin und Mitglied unseres Kuratoriums) über die Entwicklung des Wohnbausektors und des Rechts auf Wohnen: „100 Jahre Recht auf Wohnen“ verdeutlichte die wechselvolle Geschichte des Wohnungsbaus in der Weimarer Republik, der DDR und der BRD. Am Beispiel des sozialen Wohnungsbaus in den 1920er Jahren zeigte er, wie es möglich war, ausreichende und angemessene Wohnungen zu schaffen, ohne dass sie der Spekulation verkommen.
  • Seine Grußbotschaft stellte der Schirmherr Reinhard Naumann, Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf, in die Tradition der Jahresveranstaltungen der letzten Jahre. Es sei auch ihm ein besonderes Anliegen, die sozialen Menschenrechte voranzubringen, „mit dem Themenfeld sichtbar zu bleiben und stärker zu werden. Wir sind gerne weiter ansprechbar.“ Auch wenn die Verantwortung in vieler Hinsicht bei Land und Bund liege.

Höhepunkt des Abends war die Verleihung des „Sozialen Menschenrechtspreises“, der mit insgesamt 5000€ dotiert ist und bereits zum sechsten Mal von einer unabhängigen Jury verliehen wurde. Diesmal ging er zu gleichen Teilen an die Berliner Nachbarschaftsinitiative „Bizim Kiez – unser Kiez“ und an Robert Trettin, stellvertretender Sprecher der Nationalen Armutskonferenz.

In seiner Laudatio auf die Nachbarschaftsinitiative bezog unser Kuratoriumsmitglied Nihat Sorgeç seine eigenen Erfahrungen als Kind eines türkischen Gastarbeiters mit ein und berichtete, wie die Initiative zustande kam. Tatsächlich ging deren Gründung nicht auf das von Gentrifizierung betroffene Geschäft, sondern auf dessen Nachbarschaft zurück. Die Menschen wollten ihren Obst- und Gemüsehändler nicht so einfach aufgeben und schufen 2015 kurzerhand die Nachbarschaftsinitiative, die sich auch für die Belange anderer von Verdrängung betroffener oder bedrohter Menschen in Berlin einsetzt. Auch mit seiner Dankesrede betonte Magnus Hengge für den Bizim Kiez nochmals die Bedeutung des Geschäfts für das ganze Viertel und erhielt dafür viel Zustimmung.

(Weitere Informationen zur Nachbarschaftsinitiative „Bizim Kiez – unser Kiez“ auf deren Homepage)

Das Jurymitglied Eveline Lämmer vom Landesseniorenbeirat und dem Förderverein Stille Straße e.V. hielt eine beeindruckende Laudatio auf Robert Trettin, in der sie treffend sein Engagement für von Armut betroffene Menschen darstellte. Als Betroffener engagiert sich Robert Trettin seit den 1980er Jahren im Bereich der Suchthilfe und gründete 2008 den Verein „Concept social“, in dem er sich auf politischer und juristischer Ebene für die Belange hilfsbedürftiger Menschen, insbesondere Obdach- oder Wohnungslose, einsetzte. In seiner Dankesrede bedankte er sich zunächst bei seiner Frau, die ihn stets in seinem Engagement unterstützt habe. Er betonte, dass er seine Anstrengungen gestärkt durch die Auszeichnung, künftig weiterführen wird.

In der Jurybegründung heißt es zusammenfassend: „Damit engagieren sich beide Preisträger vorbildlich für die Durchsetzung des sozialen Menschenrechts auf Wohnen, wie es in Art. 28 der Berliner Landesverfassung und in Art. 11 des UN-Sozialpakts festgeschrieben ist.

Musikalisch wurde der Abend von dem Trio Radio Django aus Berlin gestaltet.

Durch die Veranstaltung führte die Moderatorin Vera Vordenbäumen.

Nach dem offiziellen Programm fand bei Fingerfood und Getränken, bereitgestellt von Bildungswerk Kreuzberg, ein reger Austausch über die vielfältigen Themen des Abends statt.

 

Wir haben uns sehr über die rege Teilnahme und die positiven Rückmeldungen gefreut, sowohl zu unserer Veranstaltung, als auch zu unserer Arbeit im Allgemeinen. Den diesjährigen Preisträgern gratulieren wir und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg!

Die Jurymitglieder in diesem Jahr: Mara Fischer (Lehrbeauftragte HWR), Eveline Lämmer (Vorsitzende Landesseniorenbeirat Berlin), Dr. Cem Dalaman (Journalist), Reinhard Laska (Journalist) und Nihat Sorgeç (BWK Berlin).

Der Vorstand: Güllü Kuzu (Pflegedienstleitung und Gesundheitsmanagerin), Azize Tank MdB a.D., Klaus Kohlmeyer (BQN), André Nogossek (Agentur für Arbeit), Eberhard Schultz (Menschenrechtsanwalt)

Einen Artikel zur Preisverleihung in der Berliner Morgenpost vom 21.10.2019 finden Sie hier.

 

Jahresveranstaltung am 17.10.2019 mit Verleihung des Menschenrechtspreises im Rathaus Charlottenburg zum Thema „Soziales Menschenrecht auf Wohnen verwirklichen!“ erfolgreich durchgeführt

Einladung zur Jahresveranstaltung am 17.10.2019 mit Verleihung des „Sozialen Menschenrechtspreises 2019“

Unsere Stiftung wird im Jahr 2019 wieder Einzelpersonen, Vereine, Projekte, Organisationen oder Unternehmen mit dem „Sozialen Menschenrechtspreis“ auszeichnen, die sich um die sozialen Menschenrechte verdient gemacht haben. Der Preis ist mit 5.000 € dotiert.

Die Preisverleihung erfolgt wieder im Rahmen unserer Jahresveranstaltung im Rathaus Berlin-Charlottenburg unter der Schirmherrschaft des Bezirksbürgermeisters Reinhard Naumann am 17. Oktober 2019 um 18 Uhr.

Mit dem Preis will unsere im Jahr 2011 gegründete Stiftung helfen, die bereits von der UNO festgeschriebenen sozialen Rechte bei uns und weltweit durchzusetzen – wie die auf soziale Sicherheit und Wohnung, Arbeit, Gleichberechtigung, Bildung und Freiheit des Kulturlebens.

Kriterien für die Auszeichnung sind nachweisbare Aktivitäten im Sinne unseres Stiftungszieles, der Unterstützung von Bestrebungen zur Entwicklung des Bewusstseins für die sozialen Menschenrechte d.h. über

  • die Bedeutung der sozialen Menschenrechte für eine demokratische und gerechte globale Wirtschafts- und Sozialordnung,
  • die Notwendigkeit ihrer Verankerung als einklagbarer Individualanspruch,
  • ihre aktuelle Verwirklichung, insbesondere in Deutschland, der EU und der Türkei.

Unter sozialen Menschenrechten verstehen wir das Recht auf Selbstbestimmung, die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie entsprechend der Allgemeinen Menschenrechtserklärung vom 10.12.1948 (Art. 22–27), konkretisiert im Internationalen Pakt über die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte von 1966 (UN-Sozialpakt):

  •  das Recht auf soziale Sicherheit,
  •  das Recht auf Arbeit, gleichen Lohn, Koalitionsfreiheit,
  •  Erholung und Freizeit,
  •  soziale Betreuung, d.h. ein angemessener Lebensstandard bezüglich Bekleidung, Wohnung, ärztlicher Versorgung etc.,
  •  Bildung und kulturelle Teilhabe und Freiheit des Kulturlebens.

 

Preisträger*innen der letzten Jahre waren u.a. Stille Straße e.V., das Medibüro Berlin, mob e.V./Strassenfeger, KulturistenHoch2 und die Ärzte der Welt. Sonderpreise gingen an FIAN, SOS Mediterranee, Vielfältiges Menschenbild gGmbH und das Bündnis Mieterprotest Kosmosviertel.

Podium bei der Vesper-Veranstaltung am 26.09.2019

Vesper-Veranstaltung zum Thema „Institutioneller Rassismus“ am 26.09.2019

Am 26.09.2019 fand in Kooperation mit der Humanistischen Union, der Stiftung des Hauses der Demokratie und Menschenrechte, der Internationalen Liga für Menschenrechte sowie ReachOut und dem Migrationsrat unsere Vesper-Veranstaltung zum Thema „institutioneller Rassismus“ statt. Podium bei der Vesper-Veranstaltung am 26.09.2019

Nach der Begrüßung durch die Moderatorin Vera Vordenbäumen, die zunächst das Podium und sich vorstellte, trugen die Referent*innen jeweils ihre eigenen Definitionen von institutionellem Rassismus vor und berichteten von eigenen Erfahrungen, die sie in diesem Bereich bereits gesammelt haben. Ddurch die unterschiedlichen beruflichen und gesellschaftspolitischen Hintergründe die sie mitbrachten, ergaben sich sehr interessante Beiträge.

Nadija Samour (Rechtsanwältin, LL. M.) sprach für den Migrationsrat und berichtete über ihre Arbeit als Anwältin, in der sie oft Fälle von institutionellem Rassismus bearbeitet und Opfer solcher Diskriminierungen vor Gericht verteidigt.

Der Historiker Biplab Basu arbeitet bei der Beratungsstelle ReachOut, die in Berlin Opfer rechter, rassistischer oder antisemitischer Gewalt unterstützt, und ist Mitbegründer der Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP), mit der er sich aktiv gegen racial profiling einsetzt. Er setzte die Vorkommnisse in der Silvesternacht in Köln 2015/16 mit dem großen Aufkommen des institutionellen Rassismus in Verbindung, als Menschen mit Migrationshintergrund in vielen Medien mit dem Profil (sexueller) Straftäter*innen gleichgestellt wurden.

Schauspieler und Theaterpädagoge Hamze Bytyci berichtete über seine Arbeit bei RomaTrial e.V., mit der er sich aktiv gegen Diskriminierungen gegenüber Sinti und Roma einsetzte. Auch er berichtete von Ereignissen, in denen er selber von institutionellem Rassismus betroffen war und wie er sich dabei fühlte.

Christine Buchholz, MdB, Abgeordnete der Linksfraktion im Bundestag, stellte die umfangreiche Große Anfrage (20 Seiten) an den Bundestag zum Thema „antimuslimischer Rassismus“ vor, die im Januar 2020 beantwortet wird.

Eberhard Schultz, Rechtsanwalt und Vorsitzender der Eberhard-Schultz-Stiftung für soziale Menschenrechte und Partizipation, berichtete von einem länger zurückliegenden Fall der Ägypterin Marwa El-Sherbini, die vor Gericht von einem Rassisten erstochen wurde, der wegen Beleidigung ihr gegenüber angeklagt war.

Nachdem die Vortragsrunde der Referent*innen beendet war, nahm die Moderatorin Fragen aus dem Publikum entgegen, die noch eine interessante und lebhafte Diskussion hervorriefen.

Nach dem Ende der Gesprächsstunde gab es noch einige Leckereien und Wein vom Buffet.